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Ein Akkumulator (auch: Akku; veraltet: Sammler;
pl. Akkumulatoren, kurz Akkus) ist ein mehrfach
nutzbarer Speicher für elektrische Energie, meistens auf Basis
eines elektrochemischen Systems, und damit eine Sonderform einer
Batterie. Im Unterschied zu einer nicht wieder aufladbaren Batterie
aus Primärzellen besteht ein Akkumulator aus einer oder
mehreren wiederaufladbaren Sekundärzellen. Wie bei
Batterien können dabei mehrere Zellen zur Erhöhung der
Gesamtspannung in Reihe geschaltet werden oder zur Erhöhung der
Kapazität parallel.
Allgemeines
Die erste Vorform eines Akkumulators wurde 1803 von Johann
Wilhelm Ritter gebaut. Im Gegensatz zu den Zellen von Alessandro
Volta waren diese nach der Entladung wieder aufladbar.
Da der Begriff Batterie nicht die Einweg-Nutzbarkeit einer
Primärzelle impliziert, sondern im derzeitigen Sprachgebrauch
einen Oberbegriff darstellt, ist die umgangssprachliche Verwendung
der Begriffe Batterie und Akku unscharf – es
wird also oft von einer „Batterie“ gesprochen, wenn
eigentlich ein Akkumulator gemeint ist. Dies wird auch dadurch
unterstützt, dass es beide Zellentypen in untereinander
austauschbaren Baugrößen gibt und dass es in der
englischen Sprache nur den Begriff battery gibt. Elektrische
Verbraucher, die mit Akkumulatoren betrieben werden können,
werden oft einfach als batteriebetrieben bezeichnet; nur
dann, wenn die Wiederaufladbarkeit im alltäglichen Umgang mit
dem Gerät eine nennenswerte Rolle spielt, wird auch der Begriff
akkubetrieben verwendet.
Technologie
Funktionsweise
In einem Akkumulator wird beim Aufladen elektrische Energie in
chemische Energie gewandelt. Wird ein Verbraucher angeschlossen, so
wird die chemische Energie wieder in elektrische Energie
zurückgewandelt (siehe dazu: Galvanische Zelle).
Die für eine elektrochemische Zelle typische elektrische
Nennspannung, der Wirkungsgrad und die Energiedichte hängen von
der Art der verwendeten Materialien ab.
Technologische
Abgrenzung
Kondensatoren speichern ebenfalls elektrische Energie, aber nicht
in chemischer Form, sondern im elektrischen Feld zwischen den
Kondensatorplatten. Die Energiedichte ist wesentlich geringer als
die von Akkumulatoren oder Batterien vergleichbarer Größe.
Da die Ladung in einem elektrischen Feld vorliegt und nicht an
chemische Redoxreaktionen gebunden ist, kann sie (bei geringem
Serienwiderstand bzw. geringer Impedanz) aber sehr schnell von einem
Kondensator aufgenommen oder abgegeben werden. Ebenso bewirkt die
Abwesenheit chemischer Prozesse, dass Kondensatoren viel häufiger
geladen und entladen werden können als die meisten
Akkumulatoren. Kondensatoren eignen sich somit für Anwendungen,
die wiederholt kurzzeitig hohe Ladungs-Änderungen erfordern.
Viele Kondensatoren sind polungs-ungerichtet, während bei einem
Akkumulator immer auf korrekte Polung geachtet werden muss.
Energiedichte
und Wirkungsgrad
Spezifische Energiedichte [Wh/kg] verschiedener handelsüblicher
Sekundärzellen als Funktion der Temperatur. Bei tiefen
Temperaturen nimmt die Energiedichte mehr oder weniger stark ab.
Für viele Anwendungen, insbesondere für mobile Geräte
wie Hörgeräte oder auch Fahrzeuge, ist die Energiedichte
wichtig. Je höher diese ist, desto mehr Energie kann in einem
Akku je Masseneinheit gespeichert werden. Bei identer Temperatur
weisen Akkumulatoren (Sekundärzellen) ca. ein Viertel bis
Hälfte der Energiedichte gegenüber Primärzellen auf.
Bei 30°C liegen übliche Akkumulatoren unter bzw. um
200 Wh/kg, während Primärzellen Werte um 400 Wh/kg
wie die Zink-Luft-Batterie erreichen. Eine Ausnahme stellen
Prototypen wie der Lithium-Schwefel-Akkumulator dar.
Oft sind Akkus mit besonders hoher Energiedichte überproportional
teuer oder weisen auch andere nachteilige Eigenschaften auf,
insbesondere eine beschränkte Lebensdauer. So kosten Bleiakkus
typischerweise 100 €/kWh; Li-Ion-Akkus hingegen
typischerweise 1000 €/kWh. Beim Aufladen und Entladen von
Akkumulatoren wird Wärme freigesetzt, wodurch ein Teil der zum
Aufladen aufgewandten Energie verloren geht. Das Verhältnis der
entnehmbaren zu der beim Laden aufzuwendenden Energie wird als
Ladewirkungsgrad bezeichnet. Generell sinkt der Ladewirkungsgrad
sowohl durch Schnellladung als auch durch schnelle Entladung, da die
Verluste am Innenwiderstand zunehmen.
|
Akkumulatortyp
|
Energiedichte [Wh/kg]
|
Wirkungsgrad[1]
|
Besonderheit
|
|
Bleiakkumulator
|
30
|
60–70 %
|
|
|
Lithium-Ionen-Akkumulator
|
120–210
|
90 %
|
neuere Modelle schnellladefähig[2]
|
|
Lithium-Polymer-Akkumulator
|
140
|
90 %
|
|
|
Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulator
|
80-100
|
90 %
|
schnellladefähig, hochstromfähig
|
|
Lithium-Titanat-Akkumulator
|
70–90
|
90–95 %
|
schnellladefähig
|
|
Lithium-Schwefel-Akkumulator
|
bis zu 350
|
?
|
Labor-Prototyp.[3]
|
|
Natrium-Nickelchlorid-Akkumulator (Zebra-Batterie)
|
100–120
|
80–90 %
|
300 °C Betriebstemperatur
|
|
Natrium-Schwefel-Akkumulator
|
120
|
89 %
|
300 °C Betriebstemperatur, keine Selbstentladung
|
|
Nickel-Eisen-Akkumulator
|
40
|
65-70 %
|
sehr Unempfindlich gegenüber Über und
Tiefenentladung
|
|
Nickel-Cadmium-Akkumulator
|
40–60
|
70 %
|
EU-weit verboten, aber mit vielen Ausnahmen. Erlaubt unter
anderem im medizinischen Bereich, bei Elektrowerkzeugen und bei
Elektroautos
|
|
Nickel-Metallhydrid-Akkumulator
|
60–110
|
70 %
|
|
|
Nickel-Wasserstoff-Akkumulator
|
60
|
75%
|
|
|
Nickel-Zink-Akkumulator
|
50
|
65 %
|
|
|
Zinn-Schwefel-Lithium-Akkumulator
|
?
|
?
|
Experimenteller Prototyp mit keinen praktischen Daten
|
Ein Vergleich zur Speicherung elektrischer Energie zeigt die Vor-
und Nachteile von Akkus gegenüber anderen Speicherverfahren.
Ladungsmenge
(Kapazität)
Die Ladungsmenge, die ein Akkumulator speichern kann, wird in
Amperestunden (Ah) angegeben und als „Kapazität“
(Nennkapazität) bezeichnet. Diese darf nicht verwechselt werden
mit der Kapazität eines Kondensators, die in Amperesekunde pro
Volt (As/V) definiert ist und in der Einheit Farad (F) angegeben
wird.
Die beim Akku entnehmbare Kapazität hängt vom
Entladeverlauf ab, also vom Entladestrom, von der
Entladeschlussspannung des Akkus (der Spannung, bei der die
Entladung beendet wird), und selbstverständlich vom
Ladezustand. Es ergeben sich verschiedene Entladungsarten: u. a.:
Entladung mit konstantem Strom, Entladung über konstanten
Widerstand oder Entladung mit konstanter Leistung. Je nach
Entladeverlauf besitzt der Akku eine andere Kapazität. In einer
aussagekräftigen Angabe der Nennkapazität müssen
daher sowohl der Entladestrom als auch die Entladeschlussspannung
angegeben werden.
Generell nimmt die entnehmbare Kapazität eines Akkumulators
mit zunehmendem Entladestrom ab. Der Grund hierfür ist der mit
steigendem Strom zunehmende Spannungsabfall am Innenwiderstand des
Akkus, der die Ausgangsspannung entsprechend absinken lässt, so
dass die Entladeschlussspannung entsprechend früher erreicht
wird. Reduziert man nach einer anfänglichen Schnellentladung
die Stromentnahme aber auf das Niveau einer Normalentladung, kann
praktisch dieselbe Strommenge entnommen werden wie bei einer
Normalentladung von Anfang an. Ein solcher Betrieb, bei dem mit
nachlassender Akkuladung auch die Stromentnahme reduziert wird, ist
aber nur in wenigen Fällen möglich.
Für die entladestromabhängige Kapazität haben sich
zeitabhängige Angaben eingebürgert. So gibt die
C20-Kapazität die verfügbare Energiemenge an, wenn der
Akku innerhalb von 20 Stunden mit einem gleichmäßigen
Entladestrom bis zur Entladeschlussspannung entladen wird.
Multipliziert man die Nennkapazität (Maßeinheit: Ah) mit
der Nennspannung (Maßeinheit: Volt), so ergibt sich der
Energiegehalt (Maßeinheit: Wh).
Um die Spannung zu vervielfachen, werden mehrere Zellen gleicher
Kapazität in Reihe geschaltet. Die Zellen können dabei in
einem gemeinsamen Gehäuse zusammengefasst werden, wie es zum
Beispiel bei der Fahrzeug-Starterbatterie üblich ist, die
üblicherweise aus sechs Zellen für insgesamt 12 V
Nennspannung besteht. Mechanisch und elektrisch verbundene
Akkumulatoren werden auch Akkupack genannt.
Beim Aufladen werden, je nach Akkutyp, verschiedene Ladeverfahren
verwendet. Der Ladevorgang wird dabei durch einen Laderegler
gesteuert.
Die Haltbarkeit bzw. Brauchbarkeitsdauer von Akkumulatoren wird
mit der Zahl von Lade-Entlade-Zyklen angegeben, nach der der
Akkumulator nur noch eine bestimmte Ladekapazität (80 %)
hat. Die Normen DIN 43539 Teil 5 und IEC 896 Teil 2
geben dazu verschiedene Verfahren und Richtwerte an.
Die Leerlaufspannung kann als Indiz für die Qualität
eines Akkumulators dienen: Im Laufe der Lebensdauer sinkt aufgrund
von chemischen Reaktionen (Alterung) die Leerlaufspannung bei einem
vollständig geladenen Akku ab.
Entsprechend dem Wear Level, der Abnutzung des Akkumulators,
sinkt im Verlauf der Lebensdauer die Ladekapazität und damit
auch die Energiedichte.
Selbstentladung – empfohlene Lagerung
Wird ein Akku nicht verwendet, so verliert er über die Zeit
einen Teil seiner gespeicherten Energie. Diesen Vorgang nennt man
Selbstentladung. Das Maß der Selbstentladung hängt von
Typ und Alter des Akkus sowie von der Lagertemperatur ab.
Für die Lagerung von Akkus wird meistens folgendes
empfohlen: (Hinweis: Der Ladezustand ist relativ gesehen zur
Entladeschlussspannung. Das heißt, wenn ein Akku einen
Ladezustand von 0 % aufweist, dann ist damit gemeint, dass er
seine Entladeschlussspannung erreicht hat, bei NiCd- und NiMH-Akkus
liegt diese z. B. bei 0,9 V bzw. 1,0 V.)
Li-Ion: Ladezustand 60 %,
20 °C; monatlich < 2 %
Bleiakku: Ladezustand 100 %,
möglichst kühl lagern; Selbstentladung monatlich 5–10 %
(Blei-Säure) bzw. 2–5 % (Blei-Gel), ein über
längere Zeit entladener Akku ist zerstört
NiMH: Ladezustand 40 %;
Selbstentladung monatlich um 15–25 %
NiCd: Ladezustand 40 %.
Selbstentladung monatlich um 10 %
Alkali-Mangan RAM-Zellen: Ladezustand 100 %;
Zellspannung sollte nicht unter 1,2 V sinken
Sanyo hat im August 2006 einen modifizierten NiMH-Akku namens
Eneloop auf dem Markt gebracht, der einer Selbstentladung von
lediglich 15 % pro Jahr unterliegt. Es handelt sich hierbei um
sogenannte LSD-Akkus (Low Self Discharge), die aufgrund ihrer
geringen Selbstentladung als bereits vorgeladene Akkus verkauft
werden und daher im Gegensatz zu herkömmlichen Akkus vor der
ersten Benutzung durch den Käufer nicht aufgeladen werden
müssen. Ähnliche Akkus haben Conrad Electronic unter dem
Namen Endurance, Ansmann unter dem Namen maxE, XCell unter dem Namen
Innovate, Uniross unter dem Namen Hybrio, GP unter dem Namen Recyko,
Panasonic unter dem Namen Infinium und Varta unter dem Namen
Ready2Use herausgebracht. Auch hierbei soll es sich um modifizierte
NiMH-Akkus handeln, die problemlos mit jedem NiMH-Ladegerät
geladen werden können.
Alle Angaben zur Selbstentladung beziehen sich auf
Raumtemperatur.
Akkumulatortypen
Die Akkumulatortypen[4] werden nach den
verwendeten Materialien bezeichnet:
Pb – Bleiakku (2 V
Nennspannung/Zelle)
NiCd – Nickel-Cadmium-Akku
(1,2 V Nennspannung/Zelle)
NiH2 –
Nickel-Wasserstoff-Akkumulator (1,5 V Nennspannung/Zelle)
NiMH –
Nickel-Metallhydrid-Akkumulator (1,2 V Nennspannung/Zelle)
NiFe – Nickel-Eisen-Akku
(1,2–1,9 V Nennspannung/Zelle)
Li-Ion – Lithium-Ionen-Akku
(3,6-3,7 V Nennspannung/Zelle)
LiPo – Lithium-Polymer-Akku
(3,7 V Nennspannung/Zelle)
LiFe – Lithium-Metall-Akku
(3,3 V Nennspannung/Zelle)
LMP - Lithium-Metall-Polymer-Akku
(neueste Akku-Technologie von DBM-technology, Berlin)
Li-Mn – Lithium-Mangan-Akku
(3,6 V Nennspannung/Zelle)
LiFePO4 –
Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulator (3,2 V Nennspannung/Zelle)
LiTi – Lithium-Titanat-Akku
(3,2 V Nennspannung/Zelle)
LiS -
Lithium-Schwefel-Akkumulator (2,2 V Nennspannung/Zelle)
RAM – Rechargeable Alkaline
Manganese (1,5 V Nennspannung/Zelle)
PTMA – modifiziertes PTMA,
genauer: 2,2,6,6-tetramethylpiperidinoxy-4-yl-Methacrylat, ein
umweltverträgliches organisches Polymer
Na/NiCl –
Natrium-Nickelchlorid-Hochtemperatur-Batterie (Markenbezeichnung:
Zebra-Batterie ) (2,58 V Nennspannung/Zelle)
SCiB – Super Charge Ion
Battery
SnC/Li2S -
Zinn-Schwefel-Lithium-Akkumulator
Silber-Zink-Akku (1,5 V
Nennspannung/Zelle)
Nickel-Zink-Akkumulator (1,65 V
Nennspannung/Zelle)
Vanadium-Redox-Akkumulator
Zink-Brom-Akku (1,76 V Nennspannung/Zelle)
Verwendung
Einsatzgebiete
Akkumulatoren werden oft verwendet, wenn ein elektrisches oder
elektronisches Gerät ohne dauerhafte Verbindung zum festen
Stromnetz oder zu einem Generator betrieben werden soll. Da sie
teurer sind als nicht wiederaufladbare Primärbatterien, kommen
sie vor allem in solchen Geräten zum Einsatz, die regelmäßig
benutzt werden und einen nicht vernachlässigbaren Strombedarf
haben, wie in Mobiltelefonen, Laptops oder Akkuwerkzeugen.
Auch in Kraftfahrzeugen dient ein Akku in Form der
Starterbatterie dazu, Strom für Licht, Bordelektronik und vor
allem den Anlasser zum Starten des Verbrennungsmotors zu liefern,
bis der Motor läuft. Dann wird der Akku über die als
Generator arbeitende Lichtmaschine wieder aufgeladen. Ähnliches
gilt für Schiffe und Flugzeuge.
Akkus kommen auch zum Einsatz, um Schwankungen bei der
regenerativen Erzeugung von Strom mit Wind und/oder Sonne
auszugleichen, wenn sich eine abgelegene Verbrauchsstelle nicht oder
nur zu unverhältnismäßig hohen Kosten an das
Stromnetz anschließen lässt. Oft sind solche
Verbrauchsstellen zusätzlich noch mit einem Notstromaggregat
ausgerüstet, das einspringt, bevor die Ladung der Akkus z. B.
nach mehrtägiger Windstille komplett zur Neige geht. Beispiele
für solche Installationen sind nicht nur abgelegene Hütten,
Mobilfunk-Basisstationen in wenig entwickelten Regionen oder
Weltraum-Satelliten, sondern zum Beispiel auch viele
Parkscheinautomaten, bei denen ein Anschluss an das Stromnetz teurer
wäre als die Installation von Solarzelle und Akkumulator.
Ein Gebiet, das sich aktuell in der Entwicklung befindet, ist der
elektrische Antrieb von Kraftfahrzeugen, Schiffen oder gar kleinen
Flugzeugen, deren Akkus zur Unterscheidung von bloßen
Starterbatterien dann als Traktions-Akkumulatoren bezeichnet
werden.
Konventionelle U-Boot-Antriebe bestehen aus Dieselmotoren (Fahren
und Laden der Akkumulatoren bei nicht getauchter Fahrt) und mit
Akkumulatoren betriebenen Elektromotoren (Tauchfahrten).
Akkumulatoren dienen in Systemen zur unterbrechungsfreien
Stromversorgung (USV) auch zur kurz- bis mittelfristigen
Überbrückung von Ausfällen der stationären
Energieversorgung. Wichtige Bereiche, die es mit einer
Notstromversorgung abzusichern gilt, sind z. B. Rechenzentren,
Alarmsysteme und lebenserhaltende Systeme in Krankenhäusern.
Werden hohe Leistungen benötigt oder sind längere
Zeiträume zu überbrücken, wird noch ein
Dieselgenerator zusätzlich installiert; die Akkus übernehmen
dann die Versorgung nur so lange, wie der Dieselgenerator zum
Anspringen und Erreichen der Nenndrehzahl benötigt. Falls die
so zu überbrückende Zeit nur kurz ist, können dafür
auch andere Systeme als Akkumulatoren eingesetzt werden,
insbesondere auf der Basis von Schwungmassen oder gar Kondensatoren.
Auswahlkriterien
Kriterien für die Auswahl eines Akkumulatortyps für
eine bestimmte Anwendung sind unter anderem:
Die gravimetrische Energiedichte.
Sie sagt aus, wie viel elektrische Energie ein Akkumulator pro
Masse (zum Beispiel Kilogramm) liefern kann. Dieser Wert ist
besonders interessant für elektrisch angetriebene Fahrzeuge.
Herkömmliche Bleiakkus erreichen hier rund 30 Wh/kg,
Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion-Akkus) bis zu 140 Wh/kg.
Die volumetrische Energiedichte.
Sie sagt aus, wie viel Wh elektrischer Energie ein Akkumulator pro
Volumen (zum Beispiel Liter) liefern kann. Hier liegt der Wert für
herkömmliche Bleiakkus bei ca. 50 Wh/l, bei Li-Ion-Akkus
etwa 500 Wh/l.
Der maximal mögliche
Entladestrom. Er ist wichtig für alle Anwendungen, bei denen
kurzzeitig sehr hoher Leistungsbedarf besteht. Dieses ist zum
Beispiel beim Starten von Fahrzeugmotoren der Fall, aber auch bei
Elektrowerkzeugen und Autofocus-Kameras, insbesondere mit
integrierten Blitzgeräten.
Die möglichen Dimensionen
(Abmessungen und Gewicht) und Bauformen der Akkuzelle. Sie sind
entscheidend, wenn der Akku auf möglichst kleinem Raum in
elektronischen Geräten integriert werden soll. Ein gasdichter
Aufbau etwa eines Gelakkumulators ermöglicht den
lageunabhängigen Einsatz ohne Gefahr durch auslaufenden
Elektrolyt oder korrosive Gase
Der Memory-Effekt bei NiCd oder Batterieträgheitseffekt
bei NiMH tritt abhängig vom Lade- und Entladeverfahren auf und
führt zu erheblichen Verringerungen der Kapazität (NiCd)
oder Spannung (NiMH). In Anwendungen, bei denen der Akku nicht
regelmäßig vollständig entladen und wieder voll
aufgeladen wird, sollten deshalb Akku-Arten verwendet werden, die
für diese Effekte nicht anfällig sind, zum Beispiel
Blei-Akkus.
Aus der Anwendung der oben genannten Kriterien ergeben sich für
jeden Akkutyp einige typische Anwendungsgebiete, wobei insbesondere
bei NiCd-, NiMH- und Li-Ion-Akkus die Übergänge fließend
sind:
Lithium-(Nano)-Titanat-Akku:
Antrieb von Elektro-Kraftwagen mit großen Reichweiten.
Bleiakku: Starter-Batterien für
Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, Stationärbetrieb in
Notbeleuchtungsanlagen und Insel-Fotovoltaik-Anlagen
NiCd-Akku: Elektrowerkzeuge,
Antriebe im Modellbau, portable elektronische Geräte mit
kurzzeitig hoher Stromaufnahme (Foto-Blitzgeräte)
NiMH-Akku: portable elektronische
Geräte mit konstanter Stromaufnahme, Modellbau, Antriebe
Li-Ion-Akku: portable
elektronische Geräte mit kleinen Abmessungen und langer
Betriebszeit (Mobiltelefone, Notebooks, Kameras)
Li-Po-Akku: Antriebe im
Modellbau, Mobiltelefon
Li-Mn-Akku: Antriebe im
Modellbau, neue Profiklasse von Elektrowerkzeugen, Fahrzeugakku für
extreme Reichweiten
Li-Fe-Akku: Antriebe im
Modellbau, neue Profiklasse von Elektrowerkzeugen, Fahrzeugakku für
extreme Reichweiten
kein Akku: sondern Alkalimangan-Zellen bei Anwendungen mit
geringerem Energieverbrauch als 0,01 Wh/Tag, wie Uhren,
Fernbedienungen, Thermometer, Feuermelder, selten benutzte Waagen.
Als alternative Strom-Spender werden Brennstoffzellen-Systeme im
Zusammenhang mit Wasserstoff als Energieträger diskutiert.
Brennstoffzellen erzeugen bei Wasserstoff-Zufuhr elektrische
Energie. Bei Vergleichen mit Akkumulatoren muss auch das Gewicht des
Treibstoff-Behälters (Wasserstoff-Flaschen) berücksichtigt
werden. Zu vergleichen sind korrekter Weise Gewicht und Raumbedarf
des Brennstoffzellen-Systems einschließlich Treibstoff und
Behälter mit dem (voll aufgeladenen) Akku.
Konkurrierende Energiespeicher sind auch Hydraulikspeicher sowie
elektrochemische Stromquellen wie die Redox-Flow-Zelle.
Literatur
Edmund Hoppe: Die
Akkumulatoren für Elektricität. Julius Springer,
Berlin 1892 (Digitalisat).
David Linden, Thomas B. Reddy
(Hrsg.): Handbook of Batteries. 3. Auflage. McGraw-Hill, New
York 2002. ISBN 0-07-135978-8.
Lucien F. Trueb, Paul Rüetschi:
Batterien und Akkumulatoren. Mobile Energiequellen für
heute und morgen. Springer, Berlin 1998. ISBN 3-540-62997-1.
Martin Winter, Jürgen O.
Besenhard: Wiederaufladbare Batterien. Teil 1: Akkumulatoren mit
wäßriger Elektrolytlösung In: Chemie in
unserer Zeit. 33, Nr. 5, 1999, S. 252–266
(doi:10.1002/ciuz.19990330503, PDF).
Martin Winter, Jürgen O.
Besenhard: Wiederaufladbare Batterien. Teil 2: Akkumulatoren mit
nichtwäßriger Elektrolytlösung In: Chemie in
unserer Zeit. 33, Nr. 6, 1999, S. 320–332
(doi:10.1002/ciuz.19990330603, PDF).
Andreas Jossen, Wolfgang Weydanz:
Moderne Akkumulatoren richtig einsetzen. Printyourbook 2006.
ISBN 978-3-939359-11-1.
DIN 40 729 Akkumulatoren – Galvanische
Sekundärelemente – Grundbegriffe.
Einzelnachweise
↑
Alles über Akkus
(Informationen über Akkus und Batterien und
Ladetechnik/Lagegeräte),
funkcom.ch, Matthias Frehner
↑ Der Super-Akku,
pro-physik.de
↑ Sion Introduces a Lithium
Sulfur Rechargeable Battery, abgefragt am 8. Februar 2011
↑ Optionen zur Speicherung elektrischer Energie in
Energieversorgungssystemen mit regenerativer Stromerzeugung
(PDF-Datei, 1,06 MB), (Jun.-)Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer, ISEA (RWTH
Aachen)